Stufenlose Markov-Ketten (CSMC) & Kernel Density Estimation für Aktien
Klassische Markov-Ketten teilen Daten in starre Zustände (z. B. "Steigend", "Fallend") ein. Aktienkurse sind jedoch kontinuierlich. Wurstketten nutzt daher eine Continuous-State Markov Chain (CSMC), bei der Zustandsübergänge nicht mehr in diskreten Boxen stattfinden, sondern stufenlos über eine bedingte Wahrscheinlichkeitsdichte $f(y|x)$ abgebildet werden.
Während eine klassische Kette nur den Zustand von heute betrachtet (Ordnung 1), erlaubt Wurstketten ein einstellbares Gedächtnis (Ordnung k). Die Wahrscheinlichkeitsdichte des morgigen Kurses hängt somit von der Ähnlichkeit des gesamten Kursmusters der letzten k Tage ab.
Um die Wahrscheinlichkeit für morgige Kurse basierend auf historischen Mustern zu berechnen, nutzt das System Multi-Scale Pattern Matching. Anstatt nur die heutige Rendite zu vergleichen (1D), gleichen wir das gesamte Gedächtnisfenster auf verschiedenen Zeitebenen ab.
Dabei berechnet das System die Ähnlichkeit für jede mögliche Teillänge (1 Tag, 2 Tage, ..., k Tage). Längere Übereinstimmungen werden dabei überproportional gewichtet (2len). Dies stellt sicher, dass komplexe Formationen (z.B. Schulter-Kopf-Schulter) erkannt werden, das System aber auch bei teilweisen Ähnlichkeiten robuste statistische Aussagen trifft ("Fuzzy Matching").
Nicht alle Tage innerhalb eines Musters sind gleich wichtig. Wurstketten gewichtet Tage innerhalb des Gedächtnisfensters exponentiell: Der Renderverlauf von heute zählt mehr für die Mustererkennung als der Verlauf von vor 5 Tagen.
Jedem historischen Paar (Muster → Folgetag) wird ein Gaußsches Kernel-Gewicht K zugefügt, das umso größer ist, je ähnlicher das historische Muster unserem aktuellen Muster ist:
Zusätzlich zur Distanz im KDE-Grid (Kernel Weight) multiplizieren wir dynamische Marktgewichte Wi auf die historischen Paare. Das finale Gewicht eines historischen Pfades für die Vorhersage ergibt sich aus:
Neuere Reaktionen auf Kursbewegungen werden exponentiell stärker gewichtet. Die Intuition: Aktuelle Marktbedingungen (Zinsen, Inflation, Sentiment) lassen Historien aus der letzten Woche relevanter sein als Reaktionen von vor 2 Jahren.
Aktien tendieren dazu, sich nach Quartalszahlen noch tagelang in Richtung des Shocks zu bewegen (PEAD). Wurstketten spürt Earnings-Tage durch Anomalien in Volumen und Rendite auf und vervielfacht deren Gewicht für die fünf darauffolgenden Tage (Exponential Decay).
Extreme Kurssprünge (Black Swan Events) markieren meist strukturelle Brüche. Solche Extremwerte (Z.b. > 2 Standardabweichungen vom Mittelwert) werden stark überbewertet (Faktor 5.0), damit die stufenlose KDE nicht die Information dieser seltenen Spikes verwässert.
Um den Kurs in 14 Tagen vorherzusagen, nutzt Wurstketten keine Monte-Carlo Simulationen (Zufallspfade) mehr, um Rauschen und statistische Varianz zu vermeiden. Stattdessen wird die Wahrscheinlichkeitsdichte (PDF) für jeden Tag deterministisch auf einem Gitter propagiert.
Die Wahrscheinlichkeit am Tag t+1 ergibt sich aus der Summe aller Wahrscheinlichkeiten am Tag t, gewichtet mit der Übergangsmatrix P(R'|R). Da wir sowohl die Kursänderung (S) als auch den aktuellen Tageszustand (R) mitführen, bleibt die Markov-Eigenschaft gewahrt, während die gesamte Fläche in einem Rutsch berechnet wird.
Wurstketten nutzt ein Raytracing-Verfahren zur Darstellung der Übergänge. Anstatt nur historisch diskrete Punkte zu zeichnen, wird für jeden Pixel der Heatmap die bedingte Wahrscheinlichkeitsdichte f(y|x) über alle Transitionen berechnet.